Nicht die Türkei: Diesen WM-Flop hat Lothar übersehen
Lothar Matthäus hat so manche Mannschaft als Flop bezeichnet, doch seine größte Fehlannahme betrifft ein ganz anderes Land als die Türkei. Hier eine Analyse.
Ein unerwarteter Flop
Lothar Matthäus, unbestrittener Fußball-Guru und zweifacher Weltmeister, hat sich in der Vergangenheit oft zu den Leistungsträgern und -schwachen der internationalen Fußballbühne geäußert. Die jüngste Äußerung, in der er die Türkei als seinen größten WM-Flop bezeichnete, mag auf den ersten Blick schlüssig erscheinen. Doch das wahre Mysterium dieser WM ist ein anderes Land, das Matthäus schlicht übersehen hat: Frankreich.
Es wäre leicht, die spanische Nationalmannschaft für ihre desaströse Vorstellung in den letzten großen Turnieren zu verurteilen, aber Frankreichs Abstieg in der Qualität könnte viele überraschen. Einst stolz auf eine Generation von Spielern, die mit allem ausgestattet waren, was das Herz eines Fussballfans höher schlagen ließ, scheint die Équipe Tricolore sich auf ein Plateau eingependelt zu haben, das bestenfalls als irrelevant bezeichnet werden kann. Matthäus, der über die Türkei als 'unterperformend' sprach, könnte vielleicht die Augen vor den realen Problemen der französischen Mannschaft verschließen. Frankreich hatte nicht nur bei der letzten WM seine Schwächen, sondern hat auch bei der Europameisterschaft gezeigt, dass sie die Erwartungen nicht erfüllen können.
Das Dilemma der Überbewertung
Natürlich sind Spieler wie Kylian Mbappé und Antoine Griezmann noch immer ganz oben auf der Liste der Weltklasse, aber ein tieferer Blick offenbart eine ganz andere Geschichte. Der Kader, der einst in der Lage war, Spiele mit Bravour zu entscheiden, wirkt jetzt wie ein amalgamiertes Konstrukt aus Erwartungen und Enttäuschungen. Vielleicht ist es gerade diese Überbewertung, die Matthäus und viele andere dazu verleitet hat, die Türkei als Flop zu betrachten. Schließlich haben wir über Jahre hinweg Geschichten dieser Mannschaft gehört, die sich kaum selbst tragen kann.
Es ist bemerkenswert, wie schnell sich der Wind im Fußball dreht. Ein Team, das bei der letzten EM als Favorit galt, kann innerhalb weniger Jahre in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Frankreich hat gerade diesen Weg eingeschlagen. Mögen die Namen im Kader noch so klangvoll sein, das Team versagt im entscheidenden Moment. Es sind nicht die unbestrittenen Stars, die den Erfolg garantieren, sondern die kollektive Leistung. Und hier? Das lässt sich nur schwer als Erfolg definieren.
Lothar Matthäus könnte also gut daran tun, seine Äußerungen zu überdenken. Während er die Türkei in den Fokus nimmt, mag es klüger sein, einen Blick auf die wirklich großen Enttäuschungen zu werfen. Die Herausforderung bleibt, auf die nächste WM zu schauen und zu beobachten, ob Frankreich diesen schleichenden Niedergang aufhalten kann oder ob sie weiterhin im Schatten ihrer eigenen Geschichte agieren werden.